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Worauf Sie bei Spanisch-Übersetzungen achten sollten - ein Streifzug

Autor: Regina Krüger, Februar 2017
Schlagworte: Übersetzung, Spanisch, Baskisch, Katalanisch, Galicisch, Übersetzer, Lokalisierung


Spanisch ist nach Englisch, Chinesisch und Hindi mit rund 600 Millionen Sprechern die meistgesprochene Sprache weltweit und ist damit entsprechend bedeutsam. Durch die Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus um 1500 und die anschließende Besiedlung durch Spanier verbreitete sich die Sprache insbesondere im karibischen Raum, in Mittel- und Südamerika. Aber auch bei rund 11% der nordamerikanischen Bevölkerung ist Spanisch verbreitet. Auf dem afrikanischen Kontinent ist Spanisch in Äquatorialguinea noch offizielle Landessprache, auf den Philippinen hingegen hat die spanische Sprache ihre Bedeutung verloren, beeinflusste aber umfangreich die offizielle Amtssprache Filipino (Tagalog).

Aber Spanisch ist nicht gleich Spanisch. Obwohl sich spanisch sprechende Menschen in der Regel weltweit untereinander problemlos verständigen können, ist die Sprache doch durch viele Dialekte und Sprachbesonderheiten geprägt.

Bemerkenswerte Unterschiede in der Sprache bestehen in der Aussprache und Betonung und weniger in den geschriebenen Worten bzw. der Grammatik. Hier lassen sich die Unterschiede gut eingrenzen.

Kontinentales Spanisch

Allein in Spanien gibt es mehrere Amtssprachen. Neben der offiziellen Landessprache kastilisch (castellano) sprechen etwa 800.000 Menschen (Spanier und Franzosen) baskisch (vasco), 2,4 Mill. Sprechen galicisch (gallago) und 4,2 Mill. Sprecher in Katalonien und auf den Balearen sprechen katalanisch (catalan). Eine Varietät des Katalanischen wird in Valencia gesprochen. Die Unterschiede sind durchaus groß. Eine gänzlich unabhängige Sprache stellt das Baskische dar, während das Galicische sich an kastilisch und portugiesisch anlehnt. Auch das Katalanische gilt als eigene iberoromanische Sprache, die heute von rund 9,2 Mill. Menschen gesprochen wird.

Neben den Amtssprachen, bestehen weitere regionale Dialekte in unterschiedlicher Ausprägung. Hierzu gehören das madrileño, das asturische Spanisch, das andalusische Spanisch und das kanarische Spanisch.

Im spanischen Parlament dürfen Abgeordnete übrigens seit 2011 in verschiedenen Plenarsitzungen in ihrer jeweiligen Amtssprache reden. Dolmetscher übernehmen dann die Übersetzung in die anderen Amtssprachen. Der Schutz der regionalen Amtssprachen hat in Spanien eine hohe Bedeutung, der sich auch im Artikel 3 der spanischen Verfassung wiederfinden lässt.

Amerikanisches Spanisch

Die Beeinflussung des Spanischen durch die indigenen Sprachen sind in vielen lateinamerikanischen Ländern groß. Dies schlägt sich insbesondere in dem Wortschatz nieder. Gleichsam spürbar ist der US-amerikanische Einfluss in Mexiko, Zentralamerika bis auf den südamerikanischen Kontinent.

In Mexiko wird das klarste, verständlichste und die langsamste Aussprache des Spanischen gesprochen. Deshalb werden auch viele Filme in Mexiko vertont.

Das karibische Spanisch ist hingegen geprägt durch die Einwanderung andalusischer und kanarischer Einwanderer und lehnt sich daher am andalusischen Dialekt an. Er wird auf Kuba, der Dominikanischen Republik, in Venezuela und an der Nordküste Kolumbiens gesprochen.

In Lateinamerika existieren eine Vielzahl an verschiedenen Dialekten zwischen und innerhalb der Länder, die die allgemein zwischen Amerika und Europa bestehenden Sprachdifferenzen weiter vertiefen. Eine besondere Stellung nimmt der Rio-de-la-Plata-Dialekt ein, der in Argentinien und Teilen von Uruguay gesprochen wird. Der Dialekt ist geprägt durch die Besiedlung der Region aus den unterschiedlichsten Richtungen ohne Einfluss von spanischen Muttersprachlern.

Afrikanisches und phillippinisches Spanisch

Bedingt durch die Kolonialisierung ist Spanisch auch auf dem afrikanischen und asiatischen Kontinent vertreten. Die Sprachbedeutung hat sich allerdings auf beiden Kontinenten stark verloren.

Während im afrikanischen Äquatorialguinea Spanisch zwar noch offizielle Landessprache ist, die aber von der einheimischen Bevölkerung immer weniger gesprochen wird, spielt die Sprache auf den Phillippen nur noch eine untergeordnete Rolle. Nur ca. 3 % der Bevölkerung sprechen noch Spanisch. Sprachlich erinnert das philippinische Spanisch mehr an den mexikanischen Dialekt, was an der früheren langen Regierungszeit von Mexiko liegt.

Bedeutung für die Übersetzung

Um eine zielgruppengerechte und erfolgreiche Übersetzung speziell von Texten mit Werbeaussagen, wie z. B. Flyer, Webseiten, Marketing/PR-Texte, zu erreichen, ist die Adaption an die landesspezifischen Erfordernisse anzuraten. Die Übersetzung erfolgt hier nicht allein aus der Notwendigkeit der Verständlichkeit von Texten, sondern um eine erfolgreiche Lokalisierung abzubilden, die auch die kulturellen Gegebenheiten berücksichtigt. Der Einsatz von muttersprachlichen Übersetzern aus den jeweiligen Zielländern ist daher ratsam.

Bei Übersetzungen, die allein die Verständlichkeit als Hauptkriterium beinhalten, kann auf eine Lokalisierung durch die Übersetzungen in die einzelnen Subsprachen gegebenenfalls verzichtet werden. Hier sollte jedoch ein terminologischer Abgleich und ein Abgleich bekannter Sprachabweichungen erfolgen um bestmögliche Übersetzungen zu erreichen.


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